Destinationen: definiert Euch nicht über Logiernächte, sondern über die Aktivitäten, Touren und Erlebnisse in einer Destination

Veröffentlicht von Philippe Willi on Jun 8, 2015


An vielen Veranstaltungen von Tourismusexperten in der Schweiz ist die Nr. 1 Kennzahl für den Erfolg einer Destination die Anzahl der Logiernächte. An Fachtagungen, Referaten und Hauptversammlungen wird die Zahl der Logiernächte in den Mittelpunkt gestellt als Grundlage für den Erfolg einer Destination. Ich möchte mit diesem Beitrag an die Fachexperten appelieren und eine andere Sichtweise aufzeigen. 


Befragt man Touristen in der Destination Interlaken warum Sie die Reise auf sich genommen haben, sind die Antworten wie folgt: 

- Berge/Natur, 69.2%
- Jungfraujoch,  13.0%
- Andere,  6.8%

Zahlen stammen von:  Schlussbericht Gästeumfrage Hotels Interlaken 2012 / 2013 

Man sieht also, dass eigentlich kein Gast wegen einem Hotelbett nach Interlaken gekommen ist. Natürlich hat jeder Gast eine Unterkunft gebucht und insofern ist die Logiernächte Zahl eine wichtige Kennzahl für die Region/Destination. Dennoch ist die Motivation der Gäste die Reise auf sich zu nehmen, ganz klar nicht bei dem Hotelbett oder der Logiernacht. Die "Things to do" der Destinationen sind dasjenige, was man marketingtechnisch in den Mittelpunkt stellen muss und das Alleinstellungsmerkmal per se (USP). Und hier deute ich eigentlich auch den Haupthandlungsbedarf von Destinationen: die Natur per se zu vermarkten ist schwierig - einfacher zu vermarkten sind konkrete Produkte. Wenn Tourismusorganissationen nun Produkte vermarkten sind es vielfach Pauschalen und vielfach beinhalten Pauschalen wiederum Übernachtungen. Hier geht das spannende an einer Destination verloren - das spannende einer Destination sind die einmaligen Produkte einer Region. Im Bereich der Touren und Aktivitätenanbieter würden wir sagen der sog. "Long-Tail" von Angeboten. Also nicht die ganz grossen Top-Seller Angebote wie das "Jungfraujoch", sondern die Kutschenfahrt durch Interlaken, oder ein Chocolate Workshop, eine Jetboat Fahrt, ein Paragliding Flug, ein Seilpark Besuch oder Rafting/Canyoning. Es gibt hier sicherlich noch viele weitere spannende Angebote, diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Zusammen mit den Top-Sellern einer Destination, macht der "Long-Tail" der Destination diese erst richtig aus in Ihrer Einmaligkeit. 

03-jetboat

Den Zweiten Handlungsbedarf lokalisiere ich bei der Distribution der "Long-Tail" Angebote der Destinationen - damit diese vermarket werden können braucht es zwei Dinge: eine Verfügbarkeit des Angebotes (Kapazität) und eine Distribution des Angebotes. Eine Distribution des Angebotes kann über die Website der Destination erfolgen, über Emailmarketing und viele weitere Kanäle. Wichtig ist es ein modernes Buchungssystem ein zu setzten, welches über eine synchronisierte Kapazität verfügt, damit die Touristen eine Echtzeit Buchung abschliessen können. Gäste wollen heute zu Hause vor dem Desktop eine Echtzeit Buchung abschliessen für das Highlight Ihrer Ferien (die Erlebnisse in der Destination) oder in der Destination mit Ihrem Mobile Gerät eine Spontanbuchung tätigen mit sofortigen Bestätigung. Hier sind die Destinationen wichtig, welche die Anbieter überzeugen müssen, moderne Technologien ein zu setzten und Echtzeitbuchungen zu zulassen. Dies insbesondere im Zeitalter der Mobile Geräte. 

Dies wird auch die Zahl der Logiernächte positiv beeinflussen und nachhaltig zu mehr Logiernächten führen. 


Interlaken als Tourismusdestination hat hier viel richtig gemacht. Andere Schweizer Destinationen haben hier noch viel Potential. TrekkSoft bietet für Tourismusorganisationen das sog. Partnernetzwerk an, welches es ermöglicht, dass TrekkSoft Kunden untereinander in einer Destination vernetzt werden und alle Angebote gegenseitig buchbar werden. Natürlich setzt es die Bereitschaft aller Beteiligten voraus, die Angebote aktiv in einem System zu pflegen und zu verwalten - wie dies auch jeder E-Commerce online Shop tun muss. Top-Seller Angebote einer Destination sind meistens gut online vertreten, der "Long-Tail" ist teilweise noch gar nicht vertreten oder nur mit einem einfachen Kontaktformular - hier kann eine Destination gezielt ansetzten. 


 Weiterführende Links: Schlussbericht USP-Studie Interlaken 

Gratis Webinar mit TrekkSoft zum Thema Social Media und einer guten Strategie für Veranstalter in Destinationen am 17. Juni 2015 um 19.00

Mehr Informationen zu diesem Thema, kontaktiere uns noch heute! 

Philippe Willi

Geschrieben von Philippe Willi

Philippe is Co-founder and COO/CFO of TrekkSoft. He is also a serial entrepreneur and board member of Divio Ltd., a Swiss-based internet agency in Zurich.

Themen: TrekkSoft news

   

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