Barcamp Südtirol Chatbots, Big Data, Marktplätze, Storytelling

TrekkSoft auf dem Barcamp Südtirol

Veröffentlicht von Franziska Wernet on Apr 25, 2017

Vom 21.-22. April 2017 fand das Barcamp Südtirol in Meran unter dem Thema Internet und neue Medien im Tourismus statt. TrekkSoft hat hieran und zahlreichen interessanten Sessions, rund um Themen zu Chatbots, Influencer Marketing, Mountainbike-Tourismus, Big Data und vielem mehr, teilgenommen.

Hier unsere Zusammenfassung der interessantesten Diskussionspunkte:

Den Start machte die Session zu Influencer Marketing von der Marketing Factory & Guestnet. Tourismusdestinationen und Veranstalter setzen bereits auf Influencer. Influencer Marketing basiert auf einer konkreten Vereinbarung. Eine Destination lädt z.B. einen Blogger in die Region ein, damit dieser über die Region und die Angebote & Aktivitäten auf seinem Blog, Youtube- oder Instagram-Kanal etc. berichtet. Beispiele sind z.B. TUI mit #CaptureTheMoment  mit dem Instagrammer Hannes Becker oder die Dolomiten mit der Kooperation Mercedes-Benz #MBdolomates.

Beim Influencer Marketing geht es darum, Emotionen zu verbreiten und über einen Opinion-Leader, den Influencer, eine sympathische Empfehlung der Region oder des Produktes zu erzielen, was Vertrauen erzeugt und sich einer hohen Reichweite bedient. Wichtige Fragen, die jeder, der mit Influencern zusammenarbeiten möchte, klären sollte, ist: Wie identifiziere ich den richtigen Influencer für meine Marke oder Community? Welche Influencer sprechen meine Zielgruppe an? Wenn man mit Influencern zusammenarbeitet sollte man sich jedoch bewusst sein, dass man die Hoheit für den Content aus der Hand gibt – denn jeder Influencer hat seinen eigenen Stil, der nicht immer mit dem eigenen Content Guide kompatibel ist.

Barcamp Südtirol Gruppenbild

 

XeniaPro und VerVieVas gestalteten eine Session zum Thema Storytelling.

Storytelling ist kein neues Phänomen, sondern existiert bereits seit mehreren tausend Jahren, nur in anderer Form. Somit spricht man heute vom Goldenen Zeitalter von Storytelling. Storytelling sollte als Kommunikationstool verstanden werden, um die Destination in den Vordergrund zu bringen und gleichzeitig den Kontakt zu Einheimischen und zur lokalen Kultur zu fördern.

Klarer Trend ist, dass die Gäste nicht länger als Touristen betrachtet werden wollen. Sie möchten als jemand wahrgenommen werden, der Interesse für und Kontakt zur einheimischen Bevölkerung und Kultur zeigt. (Hierzu auch unser Artikel, wie Sie authentische Erlebnisse kreieren) Somit sind Packages für diese Individualreisenden nicht geeignet. Sie suchen nach einem persönlich zugeschnittenen Erlebnis, keinem standardisierten Produkt.

Storytelling hilft, das Erlebnis für diese Erlebnisreisenden wieder in den Vordergrund zu stellen. Mit den Erklärvideos von VerVieVas wurde ein praktischer Ansatz des Storytelling gezeigt. Nach dem AIDA-Ansatz, bezieht sich das Video auf ein Problem und ein hierfür verfügbare Lösung. Zudem gibt es immer einen Helden/Charakter, mit dem sich der potenzielle Kunde identifizieren kann.

Barcamp Südtiol Datenkraken im Netz

Ein weiteres großes Thema drehte sich um Daten. Zum einen über Semantic Web und die Relevanz der Strukturierung und Verlinkung von Daten. Beim sogenannten Headless Web geht es nicht nur um den Content, sondern, dass dieser über unterschiedlichste Geräte und verschiedene Schnittstellen entsprechend ausgeliefert wird und Gäste so die richtige Antwort auf ihre Fragen geliefert bekommen. So stellte Salzburger Land Tourismus den touristischen Knowledge Graph vor, bei dem durch die semantische Auslesung des gesamten Contents die Urlaubsthemen des Salzburger Landes für die Suchmaschinen aufbereitet und so die Zusammenhänge hergestellt werden. Durch die Darstellung der 4 Ws (Wer, Wo, Was, Wann) können Suchmaschinen die Angebote verstehen und adäquate Daten ausliefern.

Es geht nicht mehr um Mobile First, sondern um AI First. Stichwort AI (Artificial Intelligence – Künstliche Intelligenz) fand sich auf in der Session Chatbots im Tourismus wieder. IDM Südtirol stellte ihren Facebook-Chatbot Mobility.bz.it für Informationen zu Car- und Bike-Sharing vor. In der Runde wurden Probleme von Chatbots im Allgemeinen diskutiert, wie z.B. die Begrenzung in den Informationen, die ein Chatbot geben kann, der Unterschied zu Sprachassistenten, wie Alexa oder Google Home oder wie Daten hierbei verarbeitet werden, Stichwort Datenschutz (Hinweis Technology Acceptance Model).

Es gibt deutschlandweit 15 Mio. Mountainbike-Fahrer – aber wer genau zählt bereits als Mountainbiker? Jemand mit einem Standard-Mountainbike, ein Extrem-Mountainbiker oder auch ein E-Mountainbiker? Mountainbiken boomt – aber erzeugt die Outdoor-Industrie nicht Bilder und ein Produktversprechen, was in der Destination selbst gar nicht vorzufinden ist? Der Bereich des E-Mountainbike-Fahrens wird immer populärer, das beweisen u.a. Videos wie die von Bosch: Uphill Flow.

Aber was bedeuten E-Mountainbikes für eine Destination? Oder auch für eine Destination wie Südtirol, die hinter Deutschland auf Platz 2 als beliebte Fahrrad-Destination steht, vor Mallorca (ADFC Studie).  In der Session kam deutlich heraus, dass sich Urlauber, die sich ein E-Mountainbike leisten können, ebenso ein Hotel in Südtirol leisten können. Aber E-Mountainbikes erfordern völlig neue Anforderungen an die Destination, wie z.B. eine Infrastruktur an Ladestationen, das Haftungsproblem bei Bergunfällen, wie viele Besucher mehr dann tatsächlich auf dem Berg anzutreffen sind oder auch die Produktentwicklung. So bietet Südtirol eine Kombination von Genuss & Radeln an. Die Frage, die ebenso aufkam, war, für was der (E-)Mountainbike-Zweig genutzt werden soll - allein zur Wertschöpfung, dass man die Region ganzjährig auslasten möchte oder auch zur Nutzerlenkung. 

Marktplätze in Destinationen mit der TrekkSoft Buchungslösung.jpg

Der zweite Tag befasste sich zuerst mit der der Destination als Marktplatz und wie man es schafft, für den Gast das beste Erlebnis zu kreieren. Hier stand zum einen die Frage im Raum, wie der Gast genau die Informationen erhält, die er benötigt, zum anderen wie dies in einem fließenden Prozess (inklusive direkter Online-Buchungsmöglichkeit) ablaufen kann. Gerade, wenn man ein neues Projekt aufzieht, das alle regionalen Leistungsträger betrifft, war die weit verbreitete Meinung, “mit denen zu starten, die sowieso immer mitmachen und kommen”. Hier zeigt sich die Kernproblematik der Digitalisierung, dass nicht immer der ganze Markt hierfür bereit ist. Gerade bei Unternehmen, die ein Produkt an die Destination herantragen, ist das Vorgehen meist, dass es einzeln bei jeder Destination und jedem Leistungsträger präsentiert wird. Ein unglaublicher Vertriebsaufwand, der, wie der Vorschlag kam, mit einer Art Kompetenz-Gruppe zu lösen wäre. Ein weiterer Punkt ist die Datenpflege, sodass die Daten, die ausgespielt werden, auch korrekt sind. Der Tourismusverband Brandenburg z.B. spielt und pflegt den Content für die Leistungsträger ein, denn so kann ein gewisser Standard garantiert werden.

Eine weitere Session gab es zum Thema “Als Destination auf der guten Seite der Datenmacht stehen” von Mountlytics.

Laut Wirtschaftswoche (März 2017) kennen die Deutschen ihre Kunden nicht. Aber gerade zu wissen, wer sein Gast ist und was ihn zufrieden stellt, ist der Kern im Destinationsmanagement. Wer seine Kunden verstehen will, sollte sich eines professionellen Datenmanagements bedienen. Aber hier kommt die Frage nach der Sammlung von Daten auf und wie man Gäste darüber am besten informiert, dass sie den Mehrwert sehen und nicht nur die Datenkrake. Der Mehrwert für Gäste besteht ganz klar darin, dass Sie ein Produkt erhalten, das zu ihnen passt - aufgrund der Auswertung bestimmter Daten, mit denen man Produkte zielgruppenspezifischer und individueller entwickeln kann. Die Frage ist, ob Gäste bereit sind, ihre Daten der Destination zur Verfügung zu stellen, um ein besseres Erlebnis vor Ort zu erhalten. Hier fiel der Begriff der digitalen Erziehung - wie überzeugt man Leistungsträger vor Ort von digitalen Prozessen und wie überzeugt man gleichzeitig Gäste, mehr Daten über sich preis zu geben.

Unter dem Hashtag #bcs17 können Sie auf Twitter das Barcamp inklusive Sessions noch einmal in Ruhe Revue passieren lassen.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre Destination digital besser aufstellen können! 

New Call-to-action

 

 
Franziska Wernet

Escrito por Franziska Wernet

Franziska studied tourism and geography and loves to travel mainly across Europe to discover beautiful hiking spots.

Themen: Tourism trends

Die beste Lösung für dich

Du bist Touren- oder Aktivitäten-Anbieter oder arbeitest für eine Tourismusdestination?

Dann haben wir das perfekte Preismodell für dein Unternehmen. Vereinbare direkt einen Demo-Anruf mit unserem Team.

Demo vereinbaren