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9 Tourismus-Trends, die die Branche 2018 bewegen werden

Veröffentlicht von Franziska Wernet on Dez 20, 2017| 7 minuten gelesen

Dieser Artikel wurde vom Original Englischen Artikel von Nicole Kow übersetzt. 

Mit dem Jahr 2018 in Reichweite hat die Tourismusbranche alle Hände voll zu tun.

Mit zunehmenden Reiseaktivitäten und neuen Reisevorlieben und vor dem Hintergrund von Overtourism und der weltweiten Sicherheitsdiskussion, werden sich Tourismus-Destinationen, Touren-Veranstalter und Aktivitäten-Anbieter anspruchsvollen Reisenden stellen müssen.

Hier ist unsere Analyse der Tourismus-Trends für 2018 und wie die Branche sich auf das kommende Jahr optimal vorbereiten kann.

 

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1. Erlebnisse stehen weiterhin im Mittelpunkt

Es sollte euch nicht überraschen, dass Reisende weltweit auch weiterhin nach einzigartigen und authentischen Erlebnissen suchen.

Vom Auftanken in der Natur, über das Kennenlernen einer neuen Kultur, bis hin zum Abenteuer seines Lebens, Jon Fauver, Mitgründer von TrekkSoft erinnert daran, dass "Reiseveranstalter sich auf den Kern einer jeden Guest Experience, dem Erlebnis, berufen sollen".

Touren- und Aktivitäten-Anbieter, die auf die Qualität des Erlebnisses achten, und Destinationen, die ihre Marketingaktivitäten auf einmalige Erlebnisse in der Destination fokussieren, werden 2018 Erfolg haben. 

 

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2. Mobile Buchungen sind der neue Standard

Buchungen werden online und mobil getätigt und diese Verschiebung hin zu mobil wird auch in 2018 weiter zunehmen. Laut TrekkSofts Daten werden 82% der Buchungen direkt über die Webseite eines Touren- und Aktivitäten-Anbieters getätigt, wobei fast die Hälfte (49%) dieser Buchungen über mobile Endgeräte laufen. Auch wenn die Abschlussrate von mobilen Buchungen geringer ist als die von anderen Branchen, hat sich dieses Verhalten signifikant gesteigert, verglichen mit 2016, wo es noch bei 31% lag.

Laut Dave O'Kelly, CEO von SANDEMANs NEW Europe, “werden über 50% der Buchungen mobil getätigt und typischerweise innerhalb der zwei Wochen, bevor man in die Destination reist. Das bietet uns eine ganze Reihe von Möglichkeiten... Wir können die Interaktionen vor, während und nach einer Tour einfacher, aufregender und interessanter gestalten und so möglichst viel von der Guest Experience beeinflussen”.

Leseempfehlung: Reise-Buchungstrends - was ändert sich 2018?

 

3. Online-Bewertungen haben den größten Einfluss auf Buchungen

"Tourismus-Unternehmen sollten sich ständig um ihre Online-Bewertungen kümmern, denn: Gäste können und werden jede Bewertung finden." - Lucy Fuggle, Co-Autorin des Reisetrend-Berichts 2018 und Head of Content bei TrekkSoft.

9 von 10 Reisenden denken, dass das Lesen von Online-Bewertungen wichtig ist und 95% der Reisenden vertrauen den Bewertungen auf Drittanbieter-Seiten.

Wir haben uns den Umsatz unserer Top 20 TrekkSoft-Kunden angeschaut und herausgefunden, dass diese ein durchschnittliches TripAdvisor-Ranking von 4,81 besitzen und 60% sogar ein perfektes 5,0 Ranking. Zudem liegt die durchschnittliche Anzahl von Bewertungen pro Unternehmen bei 966.

Es ist kein Geheimnis, dass ein gutes TripAdvisor-Ranking das Unternehmenswachstum positiv beeinflusst. Trotzdem steht sehr viel Arbeit und Engagement dahinter, eine Spitzenleistung durch die Customer Journey hindurch zu erzielen.

Empfehlung: Steigere deine Buchungen und erhalte bessere TripAdvisor-Bewertungen [kostenloses Ebook]

 

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4. Unterschiede in Generation verschwimmen

Gerade als die Branchen- und Marketing-Experten dachten, sie hätten die Bedürfnisse jeder Generation genau analysiert, verändert sich der Reisemarkt wieder einmal.

Wir haben herausgefunden, dass die 30-50-jährigen eher an einem Erholungsurlaub interessiert sind, als beispielsweise die 65+ Generation, die sich eher nach Abenteuer und Sozialem sehnt. Für 2018 kannst du dich auf abenteuerlustige Baby Boomer, eine reiseerfahrene Generation X und eine neugierige und technikaffine Generation Z einstellen.

Jeder sucht auf Reisen nach lebensverändernden Erlebnissen und es liegt an den Reise-Anbietern, Touren und Aktivitäten zu kreieren, die diese Lebensstile treffen, weniger die genaue Altersgruppe.

 

5. Verlagere deine Fokussierung weg von Millennials - hin zu ihren Eltern?

Oftmals übersehen, ist die Generation X zwar nicht der größte (oder coolste) Markt, aber die Generation, die das meiste Geld und die meiste Zeit fürs Reisen aufbringt. In einer internationalen Studie, ausgeführt in China, Deutschland und den USA, sind 68% der Generation X die Hauptbuchenden bei Reisen und Aktivitäten.

Im Gegensatz zu ihren jüngeren und älteren Pendants, arbeiten 83% Voll- oder Teilzeit und geben ihr meistes Geld fürs Reisen aus. Somit geben sie im Durchschnitt 627$ für jeden Reisetag aus.

Eine andere Studie hat herausgefunden, dass 61% der Amerikanischen Gen Xer Kinder zuhause haben, was zeigt, dass dem Familienleben eine hohe Priorität beigemessen wird und sich ihre Reisepläne oftmals nach den Schulferien richten. Somit ist für Gen Xer auch das Reisen mit mehreren Generationen normal.

 

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6. Der Anstieg östlicher Outbound-Märkte

Bereits 2017 gab es einen größeren Anstieg der Outbound-Märkte des Ostens, insbesondere der Arabische und der Indische Markt. Für 2020 sagen Forscher hervor, dass der Arabische Markt um 50% wachsen wird und die UNWTO erwartet, dass 50 Mio. Inder ins Ausland reisen werden. 

Reisende des Arabischen Marktes erwarten ein luxuriöses Reise-Erlebnis. 3 von 4 Reisen von Arabischen Reisenden sind Urlaubsreisen. Bis 2027 geben die VAE 191,5 Mrd. $ aus. Aktuell zählen mehr als 50% der Arabischen Reisenden zu den Millennials.

Bezüglich des Indischen Reisemarkts, wollen sie mehr über die lokale Kultur erfahren und verbringen beim Reisen viel Zeit mit ihren Familien. Auch wenn die Familie aus Älteren besteht, die eher einen entspannten Urlaub bevorzugen, und Jungen, die abenteuerliche Aktivitäten erleben wollen, hält es sie nicht davon ab, zusammen zu verreisen. Sie freuen sich eher, sich für bestimmte Tätigkeiten auch aufzuteilen, sodass jeder etwas Eigenes machen kann. 

Leseempfehlung: Wie du den wachsenden Arabischen Markt ansprichst

 

7. Reisebedürfnisse Chinesischer Reisenden steigen

Wir haben uns bereits 2017 mit diesem Thema beschäftigt, mit unserem Artikel über die sich verändernden Reisebedürfnisse des Chinesischen Marktes und es wird Zeit, dass die Branche diesem Thema noch mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Immer mehr Chinesen reisen ins Ausland. Gleichzeitig sehen wir immer mehr Wiederholungsbesucher in den gleichen Ländern und Destinationen. Diese Reisenden sind für die Branche eine tolle Möglichkeit, da sie sich bereits mit der lokalen Kultur und Sprache vertraut gemacht haben und bei ihrer erneuten Anreise noch mehr erleben wollen!

Eine weitere interessante Tatsache über den chinesischen Markt ist, dass mehr Frauen als Männer reisen, obwohl diese nur 46% der Bevölkerung ausmachen. Diese Frauen sind reiseerfahren, abenteuerlustig und sprechen gut Englisch. Egal ob verheiratet oder Single, sie freuen sich, die Welt allein oder in einer kleinen Gruppe von Freunden zu entdecken. 

Anbieter, die diese anspruchsvollen Reisenden ansprechen wollen, sollten Erlebnisse anbieten, die sie weiterbilden und die in der Destination einzigartig sind. Keiner fliegt mehr um die halbe Welt für ein Nullachtfünfzehn-Erlebnis.

Leseempfehlung: Erfahre, was sich bei Chinesischen Reisenden ändert

 

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8. Diese unterschätzten Märkte solltest du auf dem Radar haben

Alleinreisende Frauen und die LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Queer) Community gehören zu den wachsenden Segmenten und ihr größtes Bedenken beim Reisen ist Sicherheit. Von einem missbilligenden Blick, über ausgeraubt werden bis hin zur Belästigung - diese Reisenden sind in der Wahl ihrer Reisedestination sehr wählerisch, da sie die Risiken, in einem fremden Land zu reisen, kennen. 

Für Ellie Cleary, die häufig allein reist und Gründerin des Soul Travel Blogs ist, “liegt die Schwierigkeit darin, herauszufinden, ob jemand wirklich ehrlich und freundlich ist und wann derjenige schlechte Absichten verfolgt. Man möchte die Welt nicht bereisen, wenn man jedem sagen muss, dass er sich bitte fernhalten soll.”

Stellvertretend für die LGBTQ Gemeinschaft sagt John Tanzella, CEO und Präsident der International Gay and Lesbian Travel Association: “Wir glauben, dass mehr Destinationen und Unternehmen den LGBTQ-Tourismus 2018 stärker unterstützen werden - insbesondere Orte, die traditionell nicht in Verbindung mit diesem Markt gebracht worden wären."

"Touren- und Aktivitäten-Anbieter, die Gruppen weltweit führen, sollten versuchen, LGBTQ-Leute an den Orten entsprechend zu unterstützen, sei es mit einem LGBTQ-Guide oder indem man mit Unternehmen, die zur Community zählen, zusammenarbeitet. Es gibt nichts Authentischeres als Reisende und Einheimische, die ihre eigenen Geschichten teilen. Und natürlich bieten wir ihnen an, Teil von IGLTA zu werden, einem weltweit bekannten Zeichen der Unterstützung in der Tourismusbranche."

 

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9. Nachhaltigkeit ist mehr als nur Umweltschutz, es geht genauso um lokale Gemeinschaften

Das Thema Nachhaltigkeit wurde uns allen vor Augen geführt, als 2017 in Barcelona und Venedig Proteste gegen Overtourism stattgefunden haben.

Es wurden in ganz Europa Diskussionen über nachhaltige Tätigkeiten oder das Fehlen genau dieser ausgelöst. Die Diskussionen 2017 gingen über Nachhaltigkeit als Schutz der Umwelt hinaus, hin zu Nachhaltigkeit als Schutz lokaler Gemeinschaften und Einheimischer. 

Mit dem Jahr 2018 direkt vor uns, wird immer mehr Reisenden bewusstwerden, wie Overtourism bestimmte Destinationen zerstört und sie werden sich verstärkt nach anderen, weniger bereisten Destinationen umschauen, um ihre Wanderlust zu stillen. Du glaubst mir nicht? Dann wirf einen Blick auf Fodors No List 2018.

Auf was also müssen wir uns in Zukunft beim nachhaltigen Reisen einstellen?

Wouter Geerts, Senior Travel Analyst bei Euromonitor International, sagt hierzu: "Ich muss zugeben, dass die win-win-Situation der nachhaltigen Entwicklung nicht weit genug reicht. Es gibt viele Optionen, wie Tourismus-Unternehmen ihre Praktiken verbessern können, was das nachhaltige Verhalten verändern und gleichzeitig die entstehenden Kosten verringern und die Umsätze steigern würde. Es ist unrealistisch zu denken, dass, wenn jeder in der Branche ein Stück effizienter wird, dass alle Probleme gelöst werden und die negativen Einflüsse der Tourismusbranche verschwinden werden."

Weiter sagt er, "die Branche wird freiwillige Übereinkünfte immer der Gesetzgebung vorziehen und so ist die win-win-Situation zwar beliebt, aber in einigen Fällen würden rechtliche Schritte dringend benötigt werden. Ich denke, dass der Fall von Overtourism zeigt, dass, mit zunehmender Anzahl an Menschen, die reisen, man bewusst Grenzen ziehen müsste. Während einige Destinationen es schaffen, sich nachhaltig (und teuer) zu vermarkten, was ihrer Wirtschaft zugutekommt und die Anzahl an Touristen im Gesamten verringert. Aber nicht jede Destination kann es so machen. Es müssen Entscheidungen getroffen werden für nachhaltigere Destinationen."

 

Erfahre mehr über die Reisetrends für 2018 und erhalte praktische Tipps, wie du diese auf dein eigenes Unternehmen anwendest.

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Franziska Wernet

Veröffentlicht von Franziska Wernet

Franziska studied tourism and geography and loves to travel mainly across Europe to discover beautiful hiking spots.

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